Dienstplan erstellen: Regeln, Fristen und ein fester Ablauf pro Woche
Ein guter Dienstplan hält die Regeln des Arbeitszeitgesetzes ein: werktäglich höchstens 8 Stunden (bis 10, wenn der Durchschnitt stimmt), 11 Stunden Ruhezeit, Pausen ab 6 Stunden und grundsätzlich Sonntagsruhe. Bei Arbeit auf Abruf muss der Einsatz mindestens vier Tage vorher mitgeteilt werden (§ 12 TzBfG). Hast du einen Betriebsrat, bestimmt er bei Beginn, Ende und Verteilung der Arbeitszeit mit. Plane jede Woche nach einem festen Ablauf und veröffentliche den Plan an einem Ort, den alle auf dem Handy sehen.
Die Regeln, die jeder Dienstplan einhalten muss
| Regel | Norm | Vorschrift |
|---|---|---|
| Werktägliche Arbeitszeit | 8 Std., bis 10 Std. bei Ausgleich im Schnitt von 6 Monaten oder 24 Wochen | § 3 ArbZG |
| Pausen | 30 Min. ab 6 Std., 45 Min. ab 9 Std. | § 4 ArbZG |
| Ruhezeit | 11 Std. zwischen zwei Arbeitstagen | § 5 ArbZG |
| Sonn- und Feiertage | grundsätzlich frei, Ausnahmen nach § 10, mind. 15 freie Sonntage | §§ 9–11 ArbZG |
| Nachtarbeit | 8 Std., bis 10 bei Ausgleich in 1 Monat oder 4 Wochen | § 6 ArbZG |
| Arbeit auf Abruf | Einsatz mindestens 4 Tage vorher mitteilen | § 12 TzBfG |
| Jugendliche | 8 Std. täglich, 40 Std. wöchentlich, 5-Tage-Woche | JArbSchG |
Betriebsrat
Hat dein Betrieb einen Betriebsrat, bestimmt er nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG bei Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit, Pausen und der Verteilung auf die Wochentage mit. In der Praxis werden dafür Grundsätze in einer Betriebsvereinbarung festgelegt, innerhalb derer der Dienstplan erstellt wird.
In vier Schritten zum Wochenplan
- Bedarf bestimmen. Wie viele Leute brauchst du pro Tag oder Schicht, pro Auftrag oder Abteilung? Nutze die Werte der letzten Wochen oder derselben Woche im Vorjahr.
- Festen Teil setzen. Vertragsstunden und feste Tage zuerst, am besten durch Kopieren der Vorwoche oder mit Vorlagen.
- Ausnahmen einarbeiten. Urlaub, Krankheit, Schulungen und Verfügbarkeit von Aushilfen.
- Prüfen und veröffentlichen. Ruhezeiten und Höchstgrenzen prüfen, dann veröffentlichen, sodass alle benachrichtigt werden.
Plane Schichten pro Auftrag oder Abteilung statt nur pro Person. Dann siehst du hinterher sofort, ob Soll- und Ist-Stunden zusammenpassen und was ein Auftrag wirklich gekostet hat.
Soll gegen Ist
Ein Dienstplan wird erst wertvoll, wenn du ihn neben die Wirklichkeit legst. Arbeiten Leute regelmäßig länger als geplant, ist der Plan zu knapp oder Aufträge sind zu knapp kalkuliert. Arbeiten sie kürzer, zahlst du vielleicht für Leerlauf. Vergleiche deshalb jede Woche geplant gegen gestempelt, pro Mitarbeiter und pro Auftrag.
Dienstplanung mit StundenApp
Die Plantafel im StundenApp-Arbeitgeberportal stellt Mitarbeiter neben die Wochentage. Du ziehst Schichten an ihren Platz, kopierst Wochen oder nutzt Vorlagen und planst pro Auftrag, Abteilung oder Standort. Beim Veröffentlichen bekommt dein Team eine Benachrichtigung in der kostenlosen StundenApp und sieht seine Schichten auf dem Handy; eine Eilschicht bekommt eine eigene Meldung. Während der Woche siehst du live, wer arbeitet und wie viel schon gestempelt ist, verglichen mit dem Plan. Plantafel und Stempeluhr sind in jedem Paket enthalten; der erste Mitarbeiter ist kostenlos.
Häufige Fragen
Wie früh muss der Dienstplan feststehen?
Das Arbeitszeitgesetz nennt keine allgemeine Frist. Viele Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen schon, oft zwei bis vier Wochen. Bei Arbeit auf Abruf gilt die gesetzliche Vier-Tage-Frist nach § 12 TzBfG.
Darf ich einen veröffentlichten Dienstplan noch ändern?
Kurzfristige Änderungen sind im Rahmen des Direktionsrechts möglich, müssen aber billigem Ermessen entsprechen und Ruhezeiten einhalten. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können Ankündigungsfristen vorschreiben.
Wie viele Pausen braucht eine Schicht?
Bei mehr als 6 bis 9 Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten. Die Pause kann in Abschnitte von mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden.
Darf am Sonntag gearbeitet werden?
Grundsätzlich gilt Sonntagsruhe. Für Branchen wie Gastronomie, Pflege oder Notdienste gibt es Ausnahmen nach § 10 ArbZG. Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei bleiben, und für Sonntagsarbeit gibt es einen Ersatzruhetag.
Quellen und Gesetzestexte
- Arbeitszeitgesetz (gesetze-im-internet.de)
- § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz — Arbeit auf Abruf
- § 87 Betriebsverfassungsgesetz (gesetze-im-internet.de)
Dieser Artikel wurde sorgfältig erstellt und gibt den Stand zum oben genannten Datum wieder. Er ist keine Rechts- oder Steuerberatung; prüfe im Zweifel den Gesetzestext, deinen Tarifvertrag oder frag eine Beratung.